Bewährtes und technische Innovationen beim Complejo Solar Oruro

(Nach einem Bericht von Jakob Smretschnig / Fotos Jakob Smretschnig, Jakob Neumayer & Christoph Anibas)

 

 

Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen SENTEC veranstaltete der CSO-Complejo Solar Oruro Ende 2015 einen  „Día de puertas abiertas“, einen sogenannten Tag der offenen Tür. Ein Anlass, den wir gerne nutzen möchten, um auch den solidaritätsbewegten Menschen im deutschsprachigen Raum die bewährten Solarprodukte, aber auch die technischen Innovationen vorzustellen, mit denen beim CSO aktuell gearbeitet wird.

 

Um möglichst viele BesucherInnen zum Tag der offenen Tür anzulocken, warb SENTEC mit Spots im Radio und "unser" Zivilersatzdienstleistender Jakob Smretschnig übernahm die Gestaltung der Plakate und Einladungen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Interessierte aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft waren vor Ort. Es kamen VertreterInnen lokaler Unternehmen, BeamtInnen verschiedener Regierungsabteilungen und Privatpersonen. Höhepunkte des Tages waren definitiv der neue solare Trockner von CONA und eine Live-Kochshow mit dem Solarkocher.

 

Solare Trocknung

Seit einigen Monaten befinden sich die ersten drei solaren Trockner des Welser Unternehmens CONA in Bolivien. Ziel des Complejo Solar Oruro ist es, die bolivianische Regierung für den Einsatz der „Secadoras“ in Schulen zu gewinnen. Die daraus gewonnenen getrockneten Früchte wären unter anderem eine gesunde Jause für die SchülerInnen. Zudem bieten die Solartrockner innovative ökonomische Perspektiven, gerade für KleinproduzentInnen. Eine große Version des Trockners  mit 75 kg Füllvermögen wurde zunächst in La Paz bei der Organisation CIPCA und eine kleinere   mit 25 kg Füllvermögen vor dem CSO Büro installiert.

Für die BesucherInnen wurden im Vorfeld mehr als 80 Bananen, 20 Äpfel, 30 Ananas sowie Mangos, Papayas und Orangen getrocknet und die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen bei weitem!

Solare Wasserpumpen

Im Dorf „Carbuyo“ installierte der CSO zuletzt eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 800Wp. Diese dient zur Stromversorgung einer Wasserpumpe, welche nun täglich 25-28 m3 Grundwasser in ein Reservoir auf einem kleinen Hügel pumpt. Das Wasser wird anschließend zur Bewässerung für die Landwirtschaft oder für das Dorf, das keinen Zugang zu staatlichen Wasserleitungen hat, verwendet. Zum Schutz gegen Diebe wurde die Konstruktion 4m hoch gebaut, denn solare Wasserpumpen sind im Gebiet des Altiplanos derzeit heiß begehrt. Es handelt sich nicht um das einzige Projekt dieser Art. Bereits kurz darauf wurden sieben weitere solare Wasserpumpen für andere Standorte gebaut! Diese Arbeit brachte das Team sogar bis ganz in den Norden Boliviens, nahe der peruanischen Grenze.

Solarkocher

Seit vielen Jahren im Einsatz, erfreut sich der Solarkocher SK 14 seit jeher großer Beliebtheit. Dieser wird aus lokal verfügbaren Materialien mit Ausnahme der Reflektorbleche beim CSO gebaut und vertrieben. Der Solarkocher bietet eine Vielzahl von Vorteilen, vor allem in den nichtelektrifizierten Dörfern des Altiplano. Mit ihm kann umweltfreundlich und als Alternative zu Brennholz gebraten, gekocht und gebacken werden. Außerdem entwickelten sich im Laufe der Zeit Mikrogeschäftsideen wie z.B. Brotbacken auf Märkten. Der Einsatz im sonnenreichen Altiplano ist ideal, denn mit dem Solarkocher können Temperaturen bis zu 350°C erreicht werden.

Solare Multifunktionslampen mit Zubehör

Auch die Solarlampen bewähren sich schon seit vielen Jahren und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Sie sind staub- und wasserdicht, sehr robust und langlebig und deshalb besonders gut für die dortigen Lebensumstände geeignet. Zudem können mit der Lampe wichtige Kommunikationsmedien wie Handys oder Radios geladen bzw. betrieben werden. Die Lampe ersetzt damit nicht nur langfristig teurere Kerosinlampen, sondern ermöglicht die eigene Stromerzeugung für wichtige kleine elektronische Geräte. 

Holzsparöfen

Eine technische Innovation stellt die Implementierung der sogenannten Holzsparofen dar. Hinter dem Namen verbirgt ist eine einfach zu bauende und vor allem kostengünstige Konstruktion, mit der bis zu 75% (!) Brennholz eingespart werden kann. Der hocheffiziente Ofen setzt sich aus gerade einmal 3 Bauteilen zusammen und ist sehr einfach zu bedienen. Mit ihm wird nicht nur umweltfreundlicher gekocht, sondern auch die kosten für Holz bzw. der Aufwand des Holzsammelns im kargen Hochland reduzieren sich enorm. Die ersten Ergebnisse der Einführungsphase und die Rückmeldungen der BenutzerInnen sind sehr positiv ausgefallen und es wird mit Sicherheit zu einer weiteren Verbreitung der Holzsparöfen durch den CSO kommen.

Weitere Informationen zur vielschichtigen Arbeit unserer bolivianischen KooperationspartnerInnen vom Complejo Solar Oruro finden sie hier oder auf der spanischsprachigen Homepage der Organisation.