ANAPA - Asociacion Nayra Pacha

Verein für die Zeit vor uns

Schwerpunkte: Bildung & ländliche Entwicklung

ANAPA fördert gemeinschaftliche und alternative Bildung in Oruro, einer ländlich geprägten Region im bolivianischen Hochland.

    

Gegründet wurde ANAPA im Jahr 2009 von Lic. Judith Morales. Bereits als Direktorin des Bildungszentrums für humanistische und agrar-technische Ausbildung (CETHA) hatte sie das Grundkonzept für alternative ländliche Bildung entwickelt.

      

ANAPA möchte eine Alternative zu dem von kirchlichen Interessen dominierten Bildungszentrum CETHA bieten, die unter der Präsidentschaft des Bischofs arbeitet. Unterstützt wird Judith Morales dabei von ehemaligen LehrerInnen des CETHA, die ihre Vision teilen.

                         

Ausgangslage

Bedarf besteht mehr als genug, da das ländliche Bildungswesen in Bolivien gravierende Defizite aufweist. Das staatliche Schulwesen ist ebenso unzureichend wie die Infrastruktur und die Ausbildung der LehrerInnen.

  

Es gibt kaum Möglichkeiten zur Weiterbildung und der bolivianische Staat unternimmt wenig Anstrengungen, den Schuldienst am Land für qualifizierte Lehrkräfte attraktiv zu machen.

   

Als Folge bleiben diese in den Städten und die vorwiegend indigenen HochlandbewohnerInnen müssen entweder mit schlecht ausgebildeten oder sogar ganz ohne LehrerInnen auskommen.

     

Ziele

ANAPA verfolgt die Vision einer alternativen Bildung, welche lokales Wissen nicht geringschätzt, sondern integriert. Bildung soll der Befreiung dienen, im Gegensatz zur kolonialen Vergangenheit, in der Bildung oft als Beherrschungsinstrument verwendet wurde.

    

Durch gemeinschaftliche interaktive Bildungsprozesse sollen Impulse für die Lokal- und Regionalentwicklung gesetzt werden. Dabei werden die fachlichen, sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Fähigkeiten in den Gemeinden gestärkt und ausgebaut.

         

Umsetzung

Wie wird diese Vision nun konkret umgesetzt?

    

Die Zielgruppe von ANAPA sind Bauerngemeinden in ländlichen Gebieten, die mehrheitlich von der indigenen Volksgruppe der Aymara bewohnt werden. Die wirtschaftliche Situation ist von kleinstrukturierter Landwirtschaft und extremer materieller Armut gekennzeichnet.

     

Die Bevölkerung ist außerdem kulturell und sozial marginalisiert. Als LandbewohnerInnen und Indígenas (Ureinwohner) sind sie gleich doppelt stark von der Ignoranz des Staates und der städtischen Gesellschaft betroffen. Aufgrund dieser zweifachen Diskriminierung ist der Zugang zur globalen Informationsgesellschaft  nur schwer möglich.

      

ANAPA arbeitet anders. Die DorfbewohnerInnen organisieren mit Hilfe von ANAPA in Eigenregie ihren Bildungsweg, der aber den etablierten Kriterien wie z.B. für den Maturaabschluss entspricht.    

 

Arbeitsschwerpunkte

  • Schutz der Artenvielfalt
  • Stärkung der Landwirtschaft mit Schwerpunkt Biolandbau
  • Besserer Umgang mit den natürlichen Ressourcen
  • Nutzung von erneuerbaren Energien
  • Sicherung des spezifischen Wissens der andinen Bevölkerung
  • Stärkung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe
  • Schulung und produktiver Einsatz von handwerklichen Fähigkeiten

Erfolge

Die Erfolge sind beachtlich und mehrdimensional. 

        

Durch die Bildungsangebote erreichen zahlreiche Aymara formale Bildungsabschlüsse wie die Matura und viele Frauen beginnen zum ersten Mal einen eigenständigen Bildungsweg, beispielsweise durch eine VolksschullehrerInnenausbildung.

    

Die landwirtschaftlichen Methoden werden effizienter und ökologisch nachhaltiger gestaltet und eine Vielzahl an praktischen Fähigkeiten wie z.B. töpfern und das Färben von Wolle mit Naturfarben werden vermittelt.

       

Zudem verbessert sich auch die dörfliche Kommunikation sowie die politische und kulturelle Partizipation. Es werden z.B. Konzepte für die Dorfentwicklung erarbeitet, die dann als Forderungen an die politische Führung, den Bürgermeister, herangetragen werden.

               

 

Weitere Infos

Homepage: ANAPA (spanisch)

 

 


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