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Umfassende Förderung von Frauengruppen
15.07.2010
Palliris, Guardas, Witwen mit und ohne Rente und deren Kinder (von 0-12 Jahre, StudentInnen), Partner: MUSOL
Die Situation der "Guardas" ist menschenverachtend
Sie leben meist in Steinbehausungen am Cerro Rico auf über 4000m. Mit durchschnittlich 4 Kindern und auf 16 m2. Inmitten von Presslufthämmern und Dynamitstäben. Ohne gesicherte Nahrungsmittel- und Wasserversorgung, ohne Strom; die Lichtquelle ist meist ein Kerosenlämpchen. natürlich auch ohne Gesundheitsvorsorge und adäquaten Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Lohn sind ca. 30 €/Monat!!!
INTERSOL versucht zusammen mit MUSOL (Mujeres en Solidaridad), die Lage der Guardas vor Ort durch Schulungen, zusätzlichen bzw. alternativen Arbeitsmöglichkeiten, Rechtsberatung, Organisationsentwicklung; Betreuung und Förderung ihrer Kinder im Hort Caracoles (auf 4.400m) zu verbessern. Auch öffentliche Anklage zu ihren Gunsten und die Idee, einen Kolektiv-Vertrag zwischen den Arbeitgebern (Genossenschaften) und ihnen zu erwirken, gehört zu unserer Strategie.
Bitte unterstütze unsere Solidaritätsarbeit mit den Guardas, Palliris (Steineklopferinnen), Witwen und deren Kindern.

Wo bleibt die Verantwortung der zinkverarbeitenden Betriebe in Österreich (und unserswo) für das Faktum, dass die Mineros durchschnittlich 35 Jahre leben und es täglich Schwerverletzte in den Stollen gibt?
Bisher ist es INTERSOL nicht gelungen, mit mehreren rationalen Vorschläge sie ins Boot der Solidarität zu holen. Illusion? Mag sein, doch: Es gibt keine Alternative zur Solidarität. Das sollten auch die involvierten Betriebe verstehen. INTERSOL schlägt vor: Mitfinanzierung bei der Anschaffung von Staubmasken für die Mineros; Stollensicherung durch Eisenholz; Sicherheitsingenieure, geregelte Arbeitszeiten; Versicherung, adäquate Bezahlung...
Hintergrund
Die Bergleute des Cerro Rico bauen für den Weltmarkt (für uns) Zink-/Blei-/Zinn- und Silbererze ab. Die Arbeitsverhältnisse sind hochgradig unmenschlich. Die Lebenserwartung: 35 Jahre. Todesursachen: Silicosis (Staublunge); Arbeitsunfälle. Von 18.000 Arbeitern am C.R. sind nur 2.800 sozialversichert. Kinderarbeit keine Seltenheit. Die Witwen und deren Kinder stehen vielfach mit Nichts da; ohne Einkommen, ohne Berufsausbildung - mit Schulden; unorganisiert. Und jedes Monat kommen durschnittlich 14 Witwen hinzu!
Unsere Option für die Witwen, Guardas, Palliris und Hilfsarbeiter hat zwei Gründe:
Zum einen sind sie VerliererInnen der neo-liberalen Globalisierung, die von nationalen "Akteuren" und dem mächtigen Norden gesteuert wird. Niemand solll behaupten, mit dieser Situation nichts zu tun zu haben - z.B.wollen wir alle verzinkte Autos fahren. Zum anderen sind sie genau diese "Armen" die ProtagonistInnen einer Befreiung und anderen Entwicklung.
Die Antwort
Wir arbeiten seit Jahren mit MUSOL - Mujeres en Solidaridad, Leitung: Lic. Ibeth Garabito und den Frauengruppen und ihren Kindern zusammen. Die Schwerpunkte sind: Rechtsberatung, Organisationsentwicklung, Alpabetisierung, Ausbildung; Einkommensentwicklung, Notstandshilfe; Förderung der Kinder/2 Kinderhorte (von 0 - 12 Jahren); Stipendien für die Jugendlichen
Z.B. wurden allein im Jahre 2007 ca. 60 Kurse mit ca. 1200 TeilnehmerInnen allein zur Ausbildung für die Einkommensentwicklung und Eigenversorgung durchgeführt.
Finanzbedarf für Solidarität und Kooperation
Uns unterstützen finanziell bisher Einzelpersonen, Solidaritäts- und EineWelt-Gruppen, kath. und evangelische Frauengruppen; Land Salzburg. Um den Gesamtkomplex der Solidarität mit MUSOL und den Frauengruppen, Kindern, Jugendlichen und Hilfsarbeiterfamilien fortsetzen und weiter ausbauen zu können, sind ca. € 40.000,--/Jahr notwendig. Diese Budget wird "partizipativ" mit MUSOL und den Gruppen erstellt - und entspricht mehr der Solidarität und der Kooperation als einer simplen Projektfinanzierung.
Personaleinsätze
INTERSOL organisiert und betreut Personaleinsätze. Viele KollegInnen machten eine hervorragende Arbeit bei MUSOL. So waren z.B. Nina Bayr und Thomas Wiesinger (StudentInnen der FH für Sozialarbeit Wien) 2007 maßgeblich am Entstehen von "Luces Nuevas" beteiligt! - siehe Bild unten links (Nina - etwas verdeckt - und Tomás mit "ihren" Kindern).
Besondere Info: die hp. von "Luces Nuevas"
Hintergrundfotos - als gesellschaftspolitische Aussage - am Beispiel der Zink-Kette: Potosi/Bolivien: Cerro Rico - Sinchi Wayra (in Händen der Schweizer) - Österreich: OTN - Oberflächen Technik Nussbaumer (mit dem größten Zinkbad Österreichs) - als Beispiel für die internationale Vernetzung und damit: Gerechtigkeit und Verantwortung sind unteilbar. D.h. w i r sind mit verantwortlich!

Bergleute 800 m unter Tag beim Zink-Erz-Abbau: ohne Schutzmasken; oder mit Masken, die eher ein Ersticken provozieren; Hitze, kein Luftaustausch mehr; Kinderarbeit keine Seltenheit; Witwen ohne Rente; Arbeiter mit Silicosis - ohne Chance auf Heilung; Lebenserwartung: 35 Jahre ... und das alles soll mit uns nichts zu tun haben??? Die Antwort: Solidarität - mach bitte mit!
Unsere Solidartät mit den Palliris und Witwen: u.a. Unterstützung bei Protestaktionen und Einkommensentwicklung (z.B. bei der Besetzung des Cerro Rico vor einigen Jahren); INTERSOL ist jene Organisation, die am längsten und intensivsten mit den Palliris arbeitet - zusammen mit unserer Partnerorganisation MUSOL (Mujeres en Solidaridad)
Wir sind dabei, wenn Palliris die Zufahrtsstraßen blockieren als Aktion gegen die Großkonzerne, die ihnen die Abraumhalten streitig machen. Und auch: wenn es darum geht, mit den Witwen (mit und ohne Rente) ihre Versorgung zu verbessern und Einkommensmöglichkeiten zu entwickeln.
