CCA - Centro Cultural Ayopayamanta

Centro Cultural Ayopayamanta (CCA)

Das Centro Cultural Ayopayamanta (CCA) ist eine seit über 34 Jahren tätige gemeinnützige Organisation mit Sitz in Independencia, Cochabamba (Bolivien). Ziel der Organisation ist es, die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung durch Bildung, Kultur, nachhaltige Entwicklung und Eigeninitiative langfristig zu verbessern.

Zu den zentralen Arbeitsbereichen des CCA zählen der Betrieb einer öffentlichen Bibliothek, eines regionalen Radiosenders, eines kleinen Kulturkinos, eines ökologischen Bildungszentrums sowie der „Casa de la Región“, in der Aus- und Weiterbildungsangebote insbesondere in handwerklichen und landwirtschaftlichen Bereichen durchgeführt werden. Darüber hinaus begleitet das CCA Gemeinden bei der Entwicklung nachhaltiger Projekte in den Bereichen Wasserversorgung, ökologische Landwirtschaft und lokale Wirtschaftsförderung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie auf der Bewahrung des kulturellen Erbes der Region. Dabei verfolgt das CCA insbesondere folgende Ziele:

  • Erhaltung und Förderung der bolivianischen Folklore sowie traditioneller Musik und Tänze,
  • Produktion von Bildungs- und Kulturprogrammen für Radio, Film und audiovisuelle Medien,
  • Unterstützung der ländlichen Bevölkerung beim Aufbau nachhaltiger wirtschaftlicher Perspektiven und lokaler Initiativen.

Der musikalische und kulturelle Bereich des CCA wird von der Musikgruppe SACAMBAYA getragen. Die achtköpfige Gruppe blickt auf mehr als 24 Jahre künstlerischer Tätigkeit zurück, hat zwölf Musikalben veröffentlicht und zahlreiche Konzerttourneen in Frankreich, der Schweiz, Spanien, Deutschland, Österreich und Slowenien absolviert. Ihre Programme verbinden Musik mit Umweltbildung und interkulturellem Dialog und fördern das Verständnis zwischen Europa und Südamerika.

Das Centro Cultural Ayopayamanta (CCA) wurde vor ca. 40 Jahren gegründet und wurde zu einem anerkannten regionalen Entwicklungszentrum, das Kultur, Bildung, Umwelt- und Gemeinwesenarbeit miteinander verbindet und eng mit lokalen Gemeinden sowie internationalen Partnerorganisationen zusammenarbeitet.

Das Kulturzentrum wird durch das Netzwerk Ayopaya, das sich aus sieben ehrenamtlichen Gruppen in Deutschland und Österreich zusammensetzt, unterstützt.


Quellfassungen zweier Gemeinden in Independencia


Gemeinde Aceromarca

Hintergrund und Ausgangssituation

Die Gemeinde Aceromarca liegt im Distrikt D-1 des Gemeindebezirks Independencia (ca. 5 km von der Hauptgemeinde entfernt) und bezieht ihr Wasser derzeit ausschließlich aus Regenwasserauffangbecken. Aufgrund der unzureichenden Wasserversorgung ist landwirtschaftlicher Anbau derzeit nicht möglich. Die Gemeinde umfasst 24 Familien mit durchschnittlich drei Personen pro Haushalt. Der tägliche Wasserbedarf für den menschlichen Konsum wird auf 4.320 Liter pro Tag geschätzt. Für die zukünftige Einführung von Feldbau wird ein zusätzlicher Bedarf von 36.000 Litern pro Tag angenommen, wodurch sich ein Gesamtbedarf von rund 40.320 Litern täglich ergibt. Trotz fehlender größerer Wasserquellen verfügt Aceromarca über ein natürliches „Juturi“, eine kleine Quelle mit einer Durchflussmenge von etwa 0,8 Litern pro Sekunde, was einer täglichen Fördermenge von 69.120 Litern entspricht. Diese Quelle könnte – bei geeigneter Erschließung – den gesamten Wasserbedarf der Gemeinde decken und gleichzeitig den landwirtschaftlichen Anbau ermöglichen.

Derzeit bestehen jedoch sowohl quantitative als auch qualitative Probleme in der Wasserversorgung:

  • Der Wasserbedarf der Bevölkerung kann nicht ausreichend gedeckt werden.
  • Das vorhandene Wasser ist nicht trinkbar und gesundheitlich bedenklich.
  • Die Gemeinde ist vollständig von Regenfällen abhängig.

Seit über zehn Jahren wurde kein Projekt zur Wasserversorgung von staatlicher Seite umgesetzt. Aus diesem Grund ersucht die Gemeinde Aceromarca – über das Centro Cultural Ayopayamanta – um Unterstützung durch INTERSOL zur Errichtung einer Quellfassung. Die betroffenen Familien haben ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit am Projekt erklärt.

Die Projektziele

Das Projekt der Errichtung einer Quellfassung in der Gemeinde zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Wasserversorgung in Aceromarca ab. Dadurch sollen:

  • der Trinkwasserbedarf der Bevölkerung dauerhaft gedeckt werden,
  • Wasser für landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen,
  • die Gesundheits- und Lebensbedingungen der Familien verbessert werden,
  • die Ernährungssicherheit und finanziellen Einkünfte langfristig gesteigert werden.

Die Projektumsetzung

Die Quellfassung soll am höchsten Punkt der Gemeinde, im Bereich „Gochi Pampa“, wo sich die Quelle („Juturi“) befindet, errichtet werden. Das Projekt wird in Kooperation mit Ing. Josef Sperrer (Österreich) geplant und durchgeführt. Seine Reise- und Transportkosten werden durch die Projektfinanzierung gedeckt; Unterkunft und Verpflegung übernimmt das Centro Cultural Ayopayamanta. Vor Beginn der Bauarbeiten wird eine Schwermetallanalyse des Quellwassers durchgeführt. Nur bei unbedenklichem Ergebnis erfolgt der Beginn der Erdarbeiten. Mit Hilfe eines Baggers wird die Erde bis zu einer Tiefe von 6 Metern ausgehoben. Die begünstigten Familien beteiligen sich mit Eigenleistungen in Form von Arbeitskraft. Die Bauarbeiten sollen innerhalb von fünf Kalendertagen abgeschlossen werden. Nach Abschluss erstellt das Centro Cultural Ayopayamanta einen technischen und wirtschaftlichen Abschlussbericht über die Projektdurchführung und Ergebnisse. In einer zweiten Phase ist vorgesehen, dass die Gemeinde in Kooperation mit dem Gemeindebezirk ein Wassernetz und ein Bewässerungssystem errichtet, um künftig landwirtschaftliche Produktion zu ermöglichen.

Erwartete Wirkungen

  • Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für alle 24 Familien
  • Grundlage für landwirtschaftliche Eigenproduktion und Einkommenssteigerung
  • Gesundheitliche Verbesserung durch Zugang zu sauberem Wasser
  • Stärkung der Eigeninitiative und Selbstorganisation der Gemeinde
  • Nachhaltiger Beitrag zur lokalen Entwicklung und Ernährungssouveränität

Gemeinde Icholoma

Hintergrund und Ausgangssituation

Die Gemeinde Icholoma liegt im Distrikt D-2 des Gemeindebezirks Independencia, rund 35 km von der Hauptgemeinde Independencia entfernt. Die Bevölkerung lebt überwiegend von landwirtschaftlichem Anbau (insbesondere Kartoffeln) sowie Rinderzucht. Das benötigte Wasser wird derzeit aus Regenwasserauffangbecken bezogen. Ein Teil des gesammelten Wassers wird über ein bereits vorhandenes Sprinkler-Bewässerungssystem verteilt, das jedoch aufgrund des begrenzten Vorrats lediglich etwa 5 Hektar Ackerfläche bewässern kann, bevor das Wasser aufgebraucht ist. Die Gemeinde besteht aus 51 Familien mit durchschnittlich drei Personen pro Haushalt. Daraus ergibt sich ein täglicher Wasserbedarf von rund 9.180 Litern für den menschlichen Konsum. Für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen wird ein zusätzlicher Bedarf von 1.500 Litern pro Familie angenommen, was 76.500 Liter pro Tag entspricht. Der Gesamtbedarf liegt somit bei etwa 85.680 Litern täglich. In Icholoma existiert ein natürliches „Juturi“, eine kleine Quelle mit einer geschätzten Durchflussmenge von 1,0 Liter pro Sekunde, entsprechend 86.400 Litern pro Tag. Damit wäre bei einer geeigneten Nutzung eine Deckung des gesamten Bedarfs der Gemeinde möglich.

Die Situation ist jedoch sowohl quantitativ als auch qualitativ problematisch:

  • Das derzeit verfügbare Wasser reicht nicht aus, um den gesamten Bedarf zu decken.
  • Das vorhandene Wasser ist nicht für den menschlichen Konsum geeignet.
  • Die Gemeinde ist stark von Regenfällen abhängig; bei Trockenperioden steht kein Wasser zur Verfügung.

Seit mehr als zehn Jahren wurde kein staatliches Projekt zur Verbesserung der Wasserversorgung umgesetzt. Deshalb ersucht die Gemeinde Icholoma über das Centro Cultural Ayopayamanta bei INTERSOL um Unterstützung bei der Errichtung einer Quellfassung. Die Familien haben ihre Bereitschaft erklärt, aktiv am Projekt mitzuwirken, insbesondere durch Eigenleistungen in Form körperlicher Arbeit.

Die Projektziele

Mit der Errichtung einer Quellfassung in Icholoma sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Deckung des Trinkwasser- und Bewässerungsbedarfs der Gemeinde,
  • Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion und Sicherung der Ernährung,
  • Verbesserung der Lebensbedingungen und des Gesundheitszustands der Bevölkerung,
  • Steigerung der Einkünfte durch landwirtschaftliche Überschüsse,
  • Stärkung der lokalen Selbstorganisation und Förderung nachhaltiger Entwicklungsprozesse.

Die Projektumsetzung

Die Quellfassung soll im Bereich „Soto Loma“ der Gemeinde Icholoma errichtet werden, in unmittelbarer Nähe zu einem bestehenden Regenwasserauffangbecken mit einem Fassungsvermögen von 3.600 m³, das bereits in das Bewässerungssystem einspeist. Dort befindet sich ebenfalls das Juturi, die natürliche Quelle. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Ing. Josef Sperrer (Österreich) geplant und umgesetzt, der zur technischen Durchführung nach Bolivien reisen wird.

  • Reisekosten werden durch die Projektfinanzierung gedeckt.
  • Unterkunft und Verpflegung übernimmt das Centro Cultural Ayopayamanta.

Vor Beginn der Bauarbeiten wird eine Schwermetallanalyse des Quellwassers durchgeführt. Nur bei positivem Ergebnis erfolgt der Baustart. Die Bauarbeiten umfassen den Aushub und die Umlagerung der Erde bis zu einer Tiefe von 6 Metern mithilfe eines Baggers. Die begünstigten Familien werden im Rahmen ihres Eigenbeitrags bei den Arbeiten tatkräftig mitwirken. Die Arbeiten sollen innerhalb von fünf Kalendertagen abgeschlossen werden. Nach Fertigstellung wird das Wasser aus der Quellfassung in das Regenwasserbecken geleitet und anschließend in das Bewässerungssystem eingespeist. Nach Abschluss des Projekts erstellt das Centro Cultural Ayopayamanta einen technischen und wirtschaftlichen Bericht über die Durchführung, die Ergebnisse und die erzielten Wirkungen. 

In einer weiterführenden Projektphase plant die Gemeinde, gemeinsam mit dem  Gemeindebezirk, die Errichtung eines Wassernetzes zu den Haushalten und den Ausbau des Bewässerungssystems.

Erwartete Wirkungen

  • Dauerhafte Trinkwasserversorgung für 51 Familien
  • Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität und Sicherung der Ernährung
  • Verbesserung der Gesundheit durch Zugang zu sauberem Wasser
  • Verringerung der Abhängigkeit von Regenfällen
  • Stärkung der Eigeninitiative und des Gemeinschaftsgefühls
  • Nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Region

Quellfassungen in Independencia – Nord- Süd- Kooperation


Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 war Dipl.-Ing. Josef Sperrer über Vermittlung von INTERSOL gemeinsam mit seiner Tochter Sophie, die ihn als Übersetzerin begleitete, in Independencia, um dort zwei Quellfassungen, in den oben genannten Gemeinden Aceromarca und Icholoma gemeinsam mit den Bewohner:innen der beiden Dorfgemeinschaften umzusetzen. Während seines Aufenthaltes kam es sogar zur Fertigstellung einer dritten Quelle in Santa Elena. Ergebnis: Die Bewohner:innen von drei comunidades haben nun Zugang zu sauberem Trinkwasser!

Alle Arbeiten wurden von Severino und einem weiteren Techniker des Centro Cultural Schritt für Schritt begleitet. So wurde im CCA wichtiges praktisches Wissen aufgebaut, sodass künftig weitere Quellfassungen selbstständig angeleitet werden können. Es ist wirklich eine schöne Erfolgsgeschichte! Wir freuen uns riesig und danken ganz besonders dem Freundeskreis Inti Ayllus Bolivienhilfe e.V. und dem Missionskreis Ayopaya e.V. für die finanzielle Unterstützung dieses Projekts!

Für INTERSOL und Josef Sperrer standen von Beginn an zwei Ziele im Mittelpunkt: Zum einen sollte mit den geplanten Quellfassungen ein Pilotprojekt umgesetzt werden, um auszuloten, was in der Region technisch und praktisch möglich ist. Zum anderen sollte das notwendige Wissen zur fachgerechten Fassung von Quellen weitergegeben und dauerhaft vor Ort verankert werden. Beides ist gelungen.

Nach Einschätzung von Josef Sperrer ist in der Region ausreichend Wasser vorhanden. Die umliegenden Quellen könnten vergleichsweise kostengünstig gefasst und damit für die Gemeinden nutzbar gemacht werden.

Eine weitere Herausforderung ist allerdings die Verteilung des Wassers bis zu den Häusern. Hier geht es um ein eigenes, technisch und finanziell aufwendigeres Vorhaben. Am letzten Tag des Einsatzes brachte sich auch der Bürgermeister von Independencia ein und signalisierte großes Interesse, ein solches Projekt voranzutreiben.

Damit ist ein erster wichtiger Schritt getan. Nun gilt es, gemeinsam mit den Partnern vor Ort zu überlegen, welche Ziele im Bereich Wasserversorgung weiterverfolgt werden sollen und wo INTERSOL bzw. das Ayopaya-Netzwerk künftig sinnvoll unterstützen kann.



Weitere Fotos von Independencia und CCA

Personaleinsätze mit INTERSOL

Seit 2023 ist das Centro Cultural Ayopayamanta anerkannte Einsatzstelle für Freiwillige Sozialdienste, die INTERSOL mit Partnern in Bolivien und El Salvador umsetzt. Felix und Julian, zwei österreichische Zivildiener, waren die ersten, die im Namen INTERSOLs nach Independencia entsandt wurden und das CCA in verschiedenen Projekten unterstützten: Bei der Installation von Photovoltaik-Systemen, beim Bau von Wasserspeichern und durch das Veranstalten von Elektrotechnik- und Informatik-Unterricht für die Kinder und Jugendlichen Independencias. Zwischenzeitlich waren die beiden auch für den CESOL (Complejo de Energía Solar) in Potosí tätig. Teil dieser Arbeit war die Reparatur von Solarlampen und -pumpen sowie die Produktion von Trockenfrüchten mittels Solarenergie. Diese Produkte wurden zudem in den ländlichen Gebieten Potosís vorgestellt.

Jahr um Jahr wird diese Kooperation mit neuen interessierten Zivildienenden     fortgesetzt.

Neben den Personaleinsätzen unterstützt INTERSOL die Partner in Independencia auch im Bereich der Solarenergie     durch die Bereitstellung von Solarkomponenten wie Solarlampensets und Solarpumpen.

Für das Jahr 2026 ist zudem ein Experteneinsatz eines österreichischen Ziviltechnikers (Bereich Siedlungswasserbau) geplant. Er hat gemeinsam mit INTERSOL bereits zahlreiche Quellfassungen    in El Salvador umgesetzt und wird nun auch in Independencia seine fachliche Expertise einbringen und zwei Quellen für Gemeinden in der Region fassen.

Solidarische Geschenke jetzt im INTERSOL-Shop bestellen, oder auch per E-Mail & telefonisch (0662 874723)


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