APRAINORES

Vereinigung der landwirtschaftlichen Bio-ProduzentInnen El Salvadors

Schwerpunkt: Biolandbau

APRAINORES ist eine Kooperative kleinbäuerlicher ProduzentInnen in der Region Bajo Lempa in El Salvador. Sie hat mittlerweile rund 60 Mitglieder, die in erster Linie Lebensmittel für den Eigenbedarf anbauen und Cashews und Trockenfrüchte vermarkten, um ein Einkommen zu erzielen. Dafür besitzen sie nun als Kooperative gemeinsam eine Verarbeitungsanlage, in der von März bis Dezember bis zu 75 SaisonarbeiterInnen, davon großteils Frauen, angestellt werden.

INTERSOL ist im Rahmen der Regionalkooperationen Salzburg - San Vicente seit  vielen Jahren finanzieller, personeller und strategischer Partner von APRAINORES und kümmert sich in Österreich um den Vertrieb der Cashews und Trockenfrüchte nach den Grundsätzen der Solidarwirtschaft („Economía Solidaria“).

 

Hintergrund

El Salvador ist ein kleines, stark besiedeltes Land in Mittelamerika. Von 1980 bis 1991 war es Schauplatz eines langen, grausamen Bürgerkriegs. Die aus der Kolonialzeit erwachsene extreme wirtschaftliche Ausbeutung der Mehrheit durch eine kleine Gruppe reicher Familien, verbunden mit der brutalen Unterdrückung durch ein Militärregime führten zur Formierung von Widerstandsbewegungen und dann auch bewaffneter Auseinandersetzungen. Eine der am stärksten vom Bürgerkrieg betroffenen Regionen war das „Bajo Lempa“.

Die dortige Bevölkerung, darunter viele ehemalige GuerillakämperInnen, die nach dem Friedensvertrag dort Land bekamen, hatte nach Kriegsende mit Perspektivlosigkeit am Arbeitsmarkt und den Folgewirkungen des Bürgerkriegs auf die strukturschwache Region zu kämpfen. Es fehlte sowohl an Wissen als auch den Bedingungen für Biolandbau. Eine ökologische landwirtschaftliche Entwicklung ist schwierig, da Land Mangelware ist und Brandrodung sofortige Gewinne verspricht, um die Familie über Wasser zu halten. Hinzu kommt, dass weiterhin auf riesigen Plantagen mit agroindustriellen Methoden - sprich: viele Chemieeinsatz - Zuckerrohr produziert wird. Die Rückstände belasten über den Boden, das Wasser und die Luft (die Plantagen werden per Flugzeug besprüht) die produzierten Lebensmittel und die Gesundheit der Menschen. Die Ökologisierung der Landwirtschaft ist deshalb ein sehr herausforderndes Projekt.

 

Ziele

Das Hauptziel der Zusammenarbeit mit APRAINORES ist die Verbesserung der Lebensumstände für die Menschen vor Ort: Durch  Anbau, Verarbeitung und Verkauf von biologisch und fair produzierten, hochwertigen und geschmacklich exzellenten Cashewnüssen und Trockenfrüchten werden gerechte Einkommen und damit eine kleinbäuerliche Existenz und Arbeitsplätze mit fairen Bedingungen ermöglicht. Die biologische Wirtschaftsweise hilft zudem dabei, die Umwelt frei von Pestiziden und Gentechnik zu halten, aber auch das Know-how des ökologischen Landbaus im Land zu verbreiten bzw. zu vertiefen.

 

Umsetzung

Arbeitsplatzschaffung

Die Initiative begann 1995. Mittlerweile ist APRAINORES die größte Arbeitgeberin in der Region Bajo Lempa in Tecoluca. Zu ihren wichtigsten Aktivitäten zählt das Verarbeiten und Trocknen von Cashews und Früchten. Vor allem die Verarbeitung von Cashews ist sehr arbeitsintensiv. Jede Frucht muss nach dem Trocknen händisch geöffnet werden. Dabei muss darauf geachtet werden, nicht von dem ätzenden Öl der Frucht verbrannt zu werden. Im Gegensatz zur menschenrechtswidrigen Produktionsweise von Cashews in vielen anderen Teilen der Welt tragen die ArbeiterInnen passende Schutzkleidung, sodass ihre Gesundheit dabei nicht gefährdet wird. Im nächsten Schritt müssen Schale und Nuss voneinander getrennt werden und nach einem weiteren Trocknungsvorgang, wird die Nuss von einer weiteren feineren Schale befreit. Abschließend werden sie kontrolliert, aussortiert und verpackt.

 

Grundsätze der Solidarwirtschaft: mehr als biologisch und Fair Trade

Das Ziel ist der langfristiger Aufbau eines solidarischen Handelsnetzwerkes, das weit über ein klassisches ProduzentInnen–KonsumentInnen–Verhältnis hinausgeht: die sogenannte Solidarwirtschaft ("Economía Solidaria").

Während die Logik der Konkurrenz und Profitmaximierung die Marktwirtschaft prägt, ist unsere Vision von solidarischem Handel von diesen Kernprinzipien getragen:

  • Keine anonymen Handelsbeziehungen oder (alleinige) Absicherung über Siegel. Die HandelspartnerInnen kennen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der jeweils anderen (durch viel Kommunikation, regelmäßige Besuchs- und Personaleinsatzprogramme), die AbnehmerInnen gelangen über einen QR-Code auf den Produkten direkt zu umfangreichen Informationen
  • Eine tatsächlich faire Entlohnung aller Beteiligten
  • Vorzug für Frauen, um ihre Stellung und finanzielle Unabhängigkeit zu fördern
  • Fortschreitende Ökologisierung der Produktionsbedingungen mit Unterstützung aus Salzburg (Biolandbau-Expertise, Einsatz von Solartechnologie, etc.)
  • Reinvestition der Einnahmen in die gemeinnützige Solidaritätsarbeit
  • Geteilte Werte der Gerechtigkeit, Solidarität und Reziprozität: Nicht nur bloße Handelsbeziehungen, sondern gemeinsames Engagement aus Überzeugung, über den Warenhandel hinaus

Innovative und ökologische Arbeitsprozesse

Auch bei den Arbeitsprozessen wird auf die Umwelt geachtet. So ist seit neuestem eine große solare Trocknungsanlage mit 32 m² thermischer Solarfläche der österreichischen Firma CONA im Einsatz, die es ermöglicht den Trockenvorgang alleine mit Hilfe der Sonne durchzuführen.

INTERSOL hat diese innovative und wichtige Anschaffung finanziell unterstützt und ist auch bei weiteren Aspekten finanzieller, personeller und strategischer Partner von APRAINORES.

Warum sollte man die Produkte von APRAINORES kaufen?

Die Arbeitsbedingungen in der weltweiten Cashewproduktion und -verarbeitung sind häufig von erheblichen Menschenrechtsverletzungen begleitet. Vom Kauf der Produkte von APRAINORES profitieren dagegen keine Großkonzerne und Zwischenhändler, sondern in erster Linie die Familien im Bajo Lempa. Die Kooperative garantiert allen Beteiligten faire Bedingungen. Die Gewinne werden über eine faire Bezahlung der Rohstoffe und Arbeitsleistung in der Region an die Beteiligten weitergegeben. In Österreich bemühen wir uns deshalb, verlässliche und identifizierte AbnehmerInnen zu finden, die keine (große) Gewinnspanne erwarten. Dadurch können wir mit weniger Aufwand größere Gruppen an Menschen mit den Produkten und Information erreichen, Zahlungen an ZwischenhändlerInnen entfallen. Neben dem solidarischen Gedanken schätzen alle, die sie schon probiert haben, das außergewöhnliche Aroma des salvadorianischen Superfoods. Kurzum: bei diesen Produkten können Sie sicher sein, dass alle davon profitieren.

Sind Sie an den Produkten interessiert oder möchten Sie mehr über die Arbeit von APRAINORES El Salvador erfahren? Dann schreiben Sie uns bitte an office@intersol.at. Telefonisch sind wir unter +43 (0)662 874723 zu erreichen.

Falls Sie APRAINORES mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das hier tun.

Weitere Infos:

Solidarische Weihnachtsgeschenke jetzt im INTERSOL-Shop bestellen, oder auch per E-Mail & telefonisch (0662 874723)


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