Jana Jagaran - People´s Awareness Centre

Zentrum für "das Erwachen der Massen"

 

    

Schwerpunkte: Regionalentwicklung, politische Bildung, erneuerbare Energien

 

   

Jana Jagaran ist eine Organisation im südindischen Bundesstaat Karnataka, die 1979 von dem Jesuiten Dr. Joe Chenkala gegründet wurde. Das wohl auffallendste Merkmal dieser Organisation ist, dass sie mit relativ geringen finanziellen Mitteln maximalen Erfolg erzielt.

   

Ausgangslage

„Das größte Problem, das die indische Landbevölkerung hat, und natürlich am stärksten die Ärmsten unter ihnen, ist, dass ihre Stimme einfach nicht gehört wird. Jana Jagaran ist eine echte Graswurzelbewegung, weil ich fest daran glaube, dass alles Positive, das sich in den Dörfern verändert, nur durch die Betroffenen selbst passieren kann, durch ihre eigenen Töchter und Söhne.“ (Joe Chenakala, Gründer von Jana Jagaran)

Die Lebenssituation der Landbevölkerung Indiens hat sich trotz starkem Wirtschaftswachstum und Modernisierung während der letzten Jahre nur wenig verbessert. Erschütternde Armut ist weiterhin weit verbreitet. Für viele Menschen hat sich ihre Lebenssituation durch die neoliberale Globalisierung oder sogannte "Entwicklung" sogar verschlechtert: beispielsweise wenn ihnen durch den Staat oder Großkonzerne ihre Felder weggenommen oder sie von ihrem angestammten Land vertrieben wurden, um darauf Staudämme, Autobahnen oder Fabriken zu bauen. Am meisten betroffen sind die vielen KleinbäuerInnen und TagelöhnerInnen. Die Kaste der "Unberührbaren" sowie Frauen sind noch stärker benachteiligt. 

  

Ziele

 

 

Ziel ist es, die Emanzipation der Unterdrückten zu unterstützen und Gemeinschaften auf Grundlage der Werte Frieden, Gerechtigkeit und Liebe aufzubauen.

  

Umsetzung

 

 

Im Zentrum der Arbeit Jana Jagarans steht prinzipiell der Ansatz an der Basis: Jana Jagarans MitarbeiterInnen kommen selbst aus den jeweiligen Dörfern der Region, sie kennen die Probleme vor Ort und sind persönlich betroffen.

   

Durch dieses Peer-System erreicht Jana Jagaran immer mehr Menschen. Ihre Arbeit entwickelt sich direkt und selbstbestimmt aus der Problemstellung heraus wird so besser angenommen – es werden keine Lösungen von außen übergestülpt.

 

 

      

Arbeitsschwerpunkte

 

    

Selbsthilfegruppen

 

 

Die SHG haben sich in den letzten 15 Jahren zu einem Erfolgsmodell entwickelt.

  

Empowerment und Emanzipierung der Frauen, Bildung, finanzielle Selbstständigkeit und Wege aus der Verschuldung sind nur einige der positiven Auswirkungen, die die SHG mit sich bringen.

   

Die gesamten Dörfer profitieren vom Erfolg der einzelnen SHG, die Bevölkerung wird mündig und sie kann gemeinsam und aktiv für ihre Rechte einstehen.

 

Sheperds - Schafhalterfamilien

 

 

In Karnataka leben rund 400.000 NomadInnen. Durch die Reduzierung der Weidegebiete müssen die Familien immer öfter weiterziehen.

 

Die SchäferInnen leben unter ärmlichsten Verhältnissen und Mensch und Tier sind oft medizinisch unterversorgt.

Beim Verkauf der Tiere besteht ein massives Preisdumping  und bei Verlust der Tiere durch Unfälle, Naturkatastrophen oder Krankheiten gibt es keinerlei Absicherung. 

   

Angebote

  • Bildungsprogramme
  • Beratung zur Ernährung der Tiere
  • Rechtsberatung
  • Medizinische Betreuung der Schafe  durch Impfprogramme und Entwurmung
  • Statistik und Dokumentation 
     

Biogas

 

 

Das bei Jana Jagaran angewendete Biogas-Modell stammt aus China und ist äußerst effektiv, kostengünstig und für den Einzelhaushalt geeignet. In den letzten 15 Jahren wurden mit Unterstützung von Jana Jagaran ca. 15.000 Biogasanlagen errichtet.


Die Anlage besteht aus einer Haustoilette, zwei Außenbehältern für Wasser und Kuhdung, Dome (fester Materialbehälter in der Erde)  und einer Leitung, um das Gas in der Küche verwenden zu können.


Für den Betrieb ist es ausreichend, die Anlage über die Haustoilette bzw. mit Kuhdung  zu speisen. Dabei ergeben 100 kg Kuhdung und Küchenabfälle, 50:50 mit Wasser gemischt, 3 Kubikmeter Biogas.

 

   

Wassermanagment und Landwirtschaft

 

 

Eine wichtige Rolle bei der Erhöhung der Lebensqualität spielt die Verbesserung des Wassermanagements.

   

Dies geschieht durch natürliche Wasserfilterung durch Steinwälle, Pflanzenbewuchs der Böschungen sowie erweiterte Auffangbecken zur Wasserspeicherung.

   

So wird eine verbesserte Speicherung des Wassers während der Monsunzeit möglich, die Wasserqualität wird erhöht, der Grundwasserspiegel wird gesichert und die Dörfer versinken nicht mehr im Schlamm.

   

Das Wichtigste bei dieser Arbeit ist immer, dass die Bevölkerung aktiv in all diese Schritte eingebunden wird!

 

weitere Projekte

  • Förderung von Mischkulturen
  • Anbau von Mangos, Currypflanzen, Kräutern und Reis
  • Aufforstung von Cashew-Bäumen
  • Regenwurmkulturen
  • Einsatz von natürlichen Pestiziden und Düngemitteln

 

Ab 2020 plant Jana Jagaran eine strategische Neuausrichtung: statt selbst als Organisation Angebote bereitzustellen (service-oriented approach), soll der Schwerpunkt mehr auf die Unterstützung der Betroffenen bei der Einlösung ihrer sozialen Rechte (rights-based approach) verlagert werden. Das hat damit zu tun, dass der indische Staat zwar immer mehr Armutsbekämpfungsmaßnahmen anbietet und dafür finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, aber gerade die am stärksten Unterdrückten oft nicht in der Lage sind, diese auch zu nutzen. 

Weitere Infos

 

   

Video: Jana Jagaran

    

Klein-Biogasanlagen mit großer Wirkung!

 

   


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